Difference between revisions of "Elektroveloposition"

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*Wo Velos fahren dürfen, dürfen auch Pedelecs fahren, sofern dies für andere VerkehrsteilnemerInnen keine schwerwiegende Nachteile mit sich bringt. Besonders in engen Verhältnissen und auf Verkehrsflächen, die dem Velo- und Fussgängerverkehr vorbehalten oder einer Zonensignalisation unterstellt sind, empfindet die öffentliche Meinung manche Pedelecfahrende als zu schnell unterwegs. Pro Velo beobachtet die Entwicklung und setzt sich bei Handlungsbedarf für eine lösungsorientierte Gesetzgebung ein. Durch geeignete Wahl der Betriebsform bzw. Signalisation soll auf solchen Verkehrsflächen ein möglichst hoher Grad an Koexistenz zwischen den verschiedenen Benützern angestrebt werden.
 
*Wo Velos fahren dürfen, dürfen auch Pedelecs fahren, sofern dies für andere VerkehrsteilnemerInnen keine schwerwiegende Nachteile mit sich bringt. Besonders in engen Verhältnissen und auf Verkehrsflächen, die dem Velo- und Fussgängerverkehr vorbehalten oder einer Zonensignalisation unterstellt sind, empfindet die öffentliche Meinung manche Pedelecfahrende als zu schnell unterwegs. Pro Velo beobachtet die Entwicklung und setzt sich bei Handlungsbedarf für eine lösungsorientierte Gesetzgebung ein. Durch geeignete Wahl der Betriebsform bzw. Signalisation soll auf solchen Verkehrsflächen ein möglichst hoher Grad an Koexistenz zwischen den verschiedenen Benützern angestrebt werden.
*Pro Velo stellt sich hinter den Grundsatz, wonach Velos, Klein-Motorfahrräder und Motorfahrräder Radstreifen und -Wege benützen müssen. Wer jedoch mit diesen Fahrzeugen schneller als mit 20 km/h fahren möchte, soll von dieser Pflicht enthoben sein. Die meisten bestehenden Radwege sind nicht für solche Tempi gebaut und auch neu entstehende Radwege können der engen räumlichen Verhältnisse wegen nicht durchwegs auf dieses Geschwindigkeitsniveau ausgelegt werden.
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*Pro Velo stellt sich hinter den Grundsatz, wonach Velos, Klein-Motorfahrräder und Motorfahrräder Radstreifen und -Wege benützen müssen. Wer jedoch mit diesen Fahrzeugen auf Radwegen aller Art schneller als mit 20 km/h fahren möchte, soll von dieser Pflicht enthoben sein. Die meisten bestehenden Radwege sind nicht für solche Tempi gebaut und auch neu entstehende Radwege können der engen räumlichen Verhältnisse wegen nicht durchwegs auf dieses Geschwindigkeitsniveau ausgelegt werden.
 
*Pro Velo unterstützt Bestrebungen, wonach Mofas und Pedelecs, welche motorisiert oder hybrid Geschwindigkeiten über 25 km/h erreichen, über einen fest installierten Geschwindigkeitsmesser verfügen, damit sie sich in Zonen mit Tempolimits an diese halten können.
 
*Pro Velo unterstützt Bestrebungen, wonach Mofas und Pedelecs, welche motorisiert oder hybrid Geschwindigkeiten über 25 km/h erreichen, über einen fest installierten Geschwindigkeitsmesser verfügen, damit sie sich in Zonen mit Tempolimits an diese halten können.
*Bei Fusswegen und Fussgängerzonen mit Zusatz "Velos gestattet" unterstützt Pro Velo die Verhaltensnorm, wonach auch Fahrzeuge mit Hybridantrieben auf diesen Verkehrsflächen fahren dürfen, wenn der Motor ausgeschaltet ist und ihre Breite nicht mehr als 1 m beträgt, ausgenommen mehrspurige Spezialvelos für zwei Personen nebeneinander, z.B. Velotaxis, wo eine Toleranz von ca. 10% in der Breite möglich sein soll.
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*Bei Fusswegen und Fussgängerzonen mit Zusatz "Velos gestattet" unterstützt Pro Velo die Verhaltensnorm, wonach auch Fahrzeuge mit Hybridantrieben auf diesen Verkehrsflächen fahren dürfen, wenn der Motor ausgeschaltet ist und ihre Breite nicht mehr als 1 m beträgt (ausgenommen mehrspurige Spezialvelos für zwei Personen nebeneinander, z.B. Velotaxis, wo eine Toleranz von ca. 10% in der Breite möglich sein soll).
 
*Pro Velo unterstützt eine Entwicklung, die darauf hinausläuft, dass nur noch Pedelecs zuzulassen werden, bei welchen die hybrid erreichbare Geschwindigkeit eine Funktion der körperlichen Leistung darstellt. Bei wenig Tretleistung sollen nur eine geringe Geschwindigkeit möglich sein, die Höchstgeschwindigkeit nur mit entsprechender körperlicher Leistungsfähigkeit erreicht werden können.  
 
*Pro Velo unterstützt eine Entwicklung, die darauf hinausläuft, dass nur noch Pedelecs zuzulassen werden, bei welchen die hybrid erreichbare Geschwindigkeit eine Funktion der körperlichen Leistung darstellt. Bei wenig Tretleistung sollen nur eine geringe Geschwindigkeit möglich sein, die Höchstgeschwindigkeit nur mit entsprechender körperlicher Leistungsfähigkeit erreicht werden können.  
 
*Pro Velo begrüsst europäische Bestrebungen, initiiert durch die deutsche Organisation Extra Energy, bei Einhaltung obigen Prinzips die bisherige Begrenzung der Hybridgeschwindigikeit von 25 km/h auf 32 km/h zu erhöhen und im Gegenzug die Regulatorien der S-Pedelecs zu verschärfen.  
 
*Pro Velo begrüsst europäische Bestrebungen, initiiert durch die deutsche Organisation Extra Energy, bei Einhaltung obigen Prinzips die bisherige Begrenzung der Hybridgeschwindigikeit von 25 km/h auf 32 km/h zu erhöhen und im Gegenzug die Regulatorien der S-Pedelecs zu verschärfen.  

Revision as of 11:12, 23 September 2014

Diese Seite dient zur Ausarbeitung der Position von Pro Velo zu den Elektrovelos. Nach der Version http://wiki.whpva.org/vph/index.php?title=Elektroveloposition&oldid=2347 wurde am 20.9.2014 eine komplette Überarbeitung vorgenommen. Diese soll auch als gedrucktes Dokument funktionieren und enthält nur noch einen einzigen Link. Für die alten Hyperlinks siehe die alte Version.

Contents

Einleitung

Das Elektrovelo hat besonders in der auf weiten Teilen unebenen Schweiz das Potential, MIV- oder ÖV-Fahrten zu ersetzen. Oft ist es die schnellste Art, von einem Punkt zum anderen zu kommen. Zudem wird Velofahren sicherer, wenn mehr Velofahrende auf den Strassen unterwegs sind. Pro Velo begrüsst die steigende Verbreitung dieser Fahrzeuge und vertritt die Interessen ihrer NutzerInnen, soweit Errungenschaften für die Velofahrenden, zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, nicht in Frage gestellt werden. Dies im Wissen, dass auch eine Marktverschiebung zu Lasten des unmotorisierten Velos im Gange ist.

Deswegen stellt sich Pro Velo mit diesem Positionspapier den sich dabei stellenden Fragen. Grundlagen dazu finden sich von dieser Internetseite aus: http://wiki.whpva.org/vph/index.php?title=Elektrovelo.

Vision

Die zunehmende Popularität von Elektrovelos führt zu einem höheren Anteil von Velofahrenden, zu einer besseren und differenzierteren Infrastruktur, zu mehr Sicherheit auf der Strasse, und zu mehr Gesundheit und Lebensqualität.

Abgrenzung

Pro Velo setzt sich für die Bewegung mit muskelkraftbetriebenen Fahrzeugen ein. Bei den Elektrovelos stellt sich die Frage nach der Abgrenzung zu anderen Fahrzeugkategorien.

  • Veloähnliche Fahrzeuge mit Muskelkraft-Motor-Hybridantrieb gehören zur Zielgruppe von Pro Velo. Dies betrifft insbesondere den am meisten vorkommenden Typ, das bei Verwendung von Pedalen und Elektromotor auf 25 km/h beschränkte Pedelec.
  • Auch die schnelleren, auf 45 km/h beschränkten S-Pedelecs gehören zur Zielgruppe, dies bei einer differenzierten Betrachtung bezüglich Benutzung auf Langsamverkehrsflächen.
  • Fahrzeuge, die rein motorisch betrieben werden, gehören nicht zur Zielgruppe von Pro Velo. Dazu gehören Roller und Mofas, auch elektrische, ohne oder lediglich mit Alibi-Pedalen.
  • Wo Förderprogramme zugunsten der Elektromobilität im Energiebereich am Laufen sind, sollen sie auch dem normalen Velo zu gute kommen.

Grundsätze

Pro Velo möchte beste Bedingungen erreichen für alle Velofahrenden, in erster Linie für jene, die mit konventionellen unmotorisierten Velos unterwegs sind. Pro Velo unterstützt neue Formen der Velomobilität wie Velomobile, Lasträder, Velotaxis und Muskelkraft/Motor Hybridfahrzeuge, welche dieses Ziel gesamtheitlich unterstützen. Bisherige Pedelec-Elektrovelos sind im Design den Velos ähnlich, werden für ähnliche Zwecke gebraucht, fahren ähnliche Geschwindigkeiten, brauchen ähnlich viel Platz und sind ähnlich umweltfreundlich, leise und gesundheitsfördernd. Pro Velo postuliert, dass Pedelecfahrende im Grundsatz wie Velofahrende behandelt und in die verkehrliche Umwelt integriert werden sollen.

Zulassung/Verkehrsregeln

  • Wo Velos fahren dürfen, dürfen auch Pedelecs fahren, sofern dies für andere VerkehrsteilnemerInnen keine schwerwiegende Nachteile mit sich bringt. Besonders in engen Verhältnissen und auf Verkehrsflächen, die dem Velo- und Fussgängerverkehr vorbehalten oder einer Zonensignalisation unterstellt sind, empfindet die öffentliche Meinung manche Pedelecfahrende als zu schnell unterwegs. Pro Velo beobachtet die Entwicklung und setzt sich bei Handlungsbedarf für eine lösungsorientierte Gesetzgebung ein. Durch geeignete Wahl der Betriebsform bzw. Signalisation soll auf solchen Verkehrsflächen ein möglichst hoher Grad an Koexistenz zwischen den verschiedenen Benützern angestrebt werden.
  • Pro Velo stellt sich hinter den Grundsatz, wonach Velos, Klein-Motorfahrräder und Motorfahrräder Radstreifen und -Wege benützen müssen. Wer jedoch mit diesen Fahrzeugen auf Radwegen aller Art schneller als mit 20 km/h fahren möchte, soll von dieser Pflicht enthoben sein. Die meisten bestehenden Radwege sind nicht für solche Tempi gebaut und auch neu entstehende Radwege können der engen räumlichen Verhältnisse wegen nicht durchwegs auf dieses Geschwindigkeitsniveau ausgelegt werden.
  • Pro Velo unterstützt Bestrebungen, wonach Mofas und Pedelecs, welche motorisiert oder hybrid Geschwindigkeiten über 25 km/h erreichen, über einen fest installierten Geschwindigkeitsmesser verfügen, damit sie sich in Zonen mit Tempolimits an diese halten können.
  • Bei Fusswegen und Fussgängerzonen mit Zusatz "Velos gestattet" unterstützt Pro Velo die Verhaltensnorm, wonach auch Fahrzeuge mit Hybridantrieben auf diesen Verkehrsflächen fahren dürfen, wenn der Motor ausgeschaltet ist und ihre Breite nicht mehr als 1 m beträgt (ausgenommen mehrspurige Spezialvelos für zwei Personen nebeneinander, z.B. Velotaxis, wo eine Toleranz von ca. 10% in der Breite möglich sein soll).
  • Pro Velo unterstützt eine Entwicklung, die darauf hinausläuft, dass nur noch Pedelecs zuzulassen werden, bei welchen die hybrid erreichbare Geschwindigkeit eine Funktion der körperlichen Leistung darstellt. Bei wenig Tretleistung sollen nur eine geringe Geschwindigkeit möglich sein, die Höchstgeschwindigkeit nur mit entsprechender körperlicher Leistungsfähigkeit erreicht werden können.
  • Pro Velo begrüsst europäische Bestrebungen, initiiert durch die deutsche Organisation Extra Energy, bei Einhaltung obigen Prinzips die bisherige Begrenzung der Hybridgeschwindigikeit von 25 km/h auf 32 km/h zu erhöhen und im Gegenzug die Regulatorien der S-Pedelecs zu verschärfen.

Begleitung der Entwicklung

  • Pro Velo beobachtet die technische Entwicklung der Elektrovelos. In seinen Mitteilungsorganen werden Produkteneuheiten und die Entwicklungen beschrieben und beurteilt.
  • Pro Velo reagiert auf die gestiegenen fahrtechnischen Anforderungen, welche die Fahrt mit einem Elektrovelo an seine FahrerInnen stellen kann. Sie macht darauf aufmerksam und bietet entsprechende Fahr- und Trainings-Kurse an.

Elektrovelos und Jugendliche

Pro Velo stützt die geltende Regelung, dass Jugendliche erst ab 14 Jahren Elektrovelos fahren dürfen (S-Pedelecs ab 16 jahren). Pro Velo plädiert für eine Ausnahmeregelung, dass Kinder bereits ab 12 Jahren Elektrovelos fahren können, wenn dies in ländlichen Gebieten eine sinnvolle Lösung für lange und/oder stark coupierte Schulwege darstellt.

Infrastruktur

  • Das Elektrovelo hat ein hohes Potential Auto und Motorradfahrten zu ersetzn. Dies muss zukünftig bei der Verteilung der Verkehrsflächen berücksichtigt werden: die Velomobilität muss mehr Platz erhalten.
  • Die Infrastruktur soll den unterschiedlichen Bedürfnissen und Geschwindigkeiten von Velofahrenden Rechnung tragen und in diesem Sinne ausgebaut werden. Breite Velobahnen, die problemloses Überholen möglich machen, sollen gefördert werden.
  • Pro Velo setzt sich ein, fallweise zu entscheiden wann Radwege und wann Radstreifen zum qualitativ besseren Ergebnis führen. Sie stellt sich Tendenzen entgegen, diese beiden Elemente der Verkehrstechnik gegeneinander auszuspielen.

Technik

Normale Velos und besonders Dreiräder sind der Natur der Menschen dermassen gut angepasst, dass die korrekte Verwendung im wörtlichen Sinn kinderleicht und auch altersgerecht ist. Ein intensive technische Ausbildung wie bei reinen Motorfahrzeugen ist nicht nötig. Dies trifft meistens auch auf Pedelec-Elektrovelos zu, jedoch können ungünstige Eigenschaften oder die falsche Fahrzeugwahl zu einer besonders angepassten oder im Gegenteil zu einer gefährlichen Fahrwiese führen. Pro Velo berät die KonsumentInnen und warnt vor unglücklichen Entwicklungen.

Verhalten

Velo- und Elektrovelofahrende halten sich an die Verkehrsregeln sowie an die für sie geltenden Gebote und verhalten sich der Umgebung angemessen mit angepasstem Tempo. Mögliche Konfliktpunkte können mit mehr Aufklärung begleitet werden. Pro Velo bietet entsprechende Informationen und Fahrkurse an.


Autoren: Oskar Balsiger, Claudio Engist, Marius Graber, Rebecca Müller, Theo Schmidt Stand: 20.9.2014